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Kariesprävention: Heilkraut könnte bald Fluorid ersetzen

Fluorid hat großen Anteil an den sinkenden Kariesraten der letzten Jahrzehnte. Doch viele Menschen fürchten eine Vergiftung, auch wenn diese praktisch ausgeschlossen ist. Als Alternative könnte bald ein chinesisches Heilkraut bereitstehen.

Galla chinensis lautet die botanische Bezeichnung für ein chinesisches Heilkraut, welches das Zeug hat, weltweit Einzug in die Zahngesundheitsvorsorge zu halten. Zumindest wenn es schließlich gelungen sein wird, den Hauptwirkstoff zu isolieren, woran die Forscher derzeit noch arbeiten.

Wissenschaftler des West China College of Stomatology (die Stomatologie befasst sich mit Krankheiten der Mundhöhle) haben systematisch Hunderte einheimische Kräuter auf heilsame und präventive Eigenschaften hin untersucht. Galla chinensis tat sich dabei durch seine antioxidative Wirkung hervor. „Karies lässt sich am besten mit einer pH-neutralen Mundflora verhindern – ein saures Milieu begünstigt die Entstehung von Kariesbakterien“, erläutert der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner. Mit dem Heilkraut soll es möglich sein, diesen quasi natürlichen Schutz im Mund zu aktivieren.

Und noch einen Effekt zeigt Galla chinensis: Es mineralisiert die Zähne. Diese werden dadurch widerstandsfähiger gegenüber Bakterien. Damit entsteht eine wirksamere Kariesprophylaxe als mit Fluorid, wie es im Forschungsbericht im „Open Dentistry Journal“ heißt.

Ist Fluorid giftig?

Fluorid wird Zahncremes und Speisesalz in Deutschland seit Jahrzehnten zur Kariesprävention beigemischt. Eine gesundheitspolitische Maßnahme, die als erfolgreich gelten kann – denn die Kariesraten befinden sich seit ihrer Einführung im Sinkflug. Unumstritten ist der Stoff jedoch nicht: Wer im Internet Informationen über Fluorid sucht, stößt schnell auf waghalsige Theorien über die angebliche Vergiftung der Bevölkerung. Solche Aussagen sind wissenschaftlich nicht haltbar.

„Es gilt: Die Dosis macht das Gift. Fluorid ist in den Mengen, die wir üblicherweise zu uns nehmen, unbedenklich. Um sich ernsthaft zu vergiften, müsste man schon tubenweise Zahnpasta essen“, stellt Zahnarzt Dr. Körner klar. „Ohnehin kann man dem Stoff kaum aus dem Weg gehen, denn er findet sich auch in Mineralwässern, in manchen Tees und in Fisch. Im Sinne der eigenen Zahngesundheit sollte man nicht auf fluoridierte Zahncreme verzichten.“

So lange zumindest, bis der Galla-chinensis-Wirkstoff zur Verfügung steht. Ein Umstieg könnte sich dann lohnen – nicht wegen einer eventuellen Vergiftungsgefahr, sondern wegen der besseren Präventionswirkung des Heilkrauts.