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Parodontitis-Vorsorge kann das Leben verlängern

Eine aktuelle Studie hat einen auffälligen Zusammenhang zwischen Parodontitis(-Bakterien) und Magenkrebs offengelegt. Damit wird die Reihe möglicher Folgeerkrankungen erneut länger.


Wissenschaftler der New York University School of Medicine und des New York University College of Dentistry (NYU Dentistry) sorgten jüngst für Schlagzeilen. Im Fachmagazin „Journal of Periodontology“ veröffentlichten sie die Ergebnisse einer Studie an 100 Probanden, denen Plaque- und Speichelproben entnommen worden waren. Rund jeder dritte Studienteilnehmer wies in seinen Proben sogenannte Präkanzerosen auf, das sind Gewebeveränderungen, die ein hohes Entartungs-, also Krebsrisiko in sich bergen. Die Träger haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.

Wie sich zeigte, enthielten die Proben der krebsgefährdeten Probanden deutlich mehr Parodontitis-typische Bakterien als die der Kontrollgruppe. Vor allem drei stachen hervor: das als Begleitkeim einer Parodontitis bekannte Aggregatibacter actinomycetemcomitans, das mit schwerer Zahnbettentzündung (wie Parodontitis auch genannt wird) einhergehende Tannerella forsythia und schließlich der Zahnfleisch- und Zahnbettentzündungs-Leitkeim Treponema denticola. Daneben haben die Forscher eine deutlich geringere Bakterienbandbreite in den Proben der krebsgefährdeten Patienten diagnostiziert.

Ein guter Grund mehr für gründliche Vorsorge
Schon seit vielen Jahren gibt es Hinweise und Belege für verschiedene Folgeerkrankungen einer Parodontitis. Deren Keime finden auf kurz oder lang den Weg in die Blutbahn und können systemisch Schaden anrichten. So kann etwa das Herz-Gefäß-System leiden, mit der Folge eines deutlich steigenden Herzinfarktrisikos. Auch eine Erkrankung an Arthritis oder Alzheimer ist wahrscheinlicher. Insofern ist der Parodontitis-Magenkrebs-Verdacht nicht der erste, aber ein weiterer guter Grund für sorgfältige Prophylaxe, die auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen einschließt.

„Die Parodontitis-Vorsorge sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, auch wenn die ersten Symptome mitunter spät auftreten und vernachlässigbar erscheinen“, warnt der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner. „Eine fortgeschrittene Parodontitis lässt sich therapeutisch nur mit großem Aufwand in den Griff bekommen, daher ist die Früherkennung entscheidend.“ Risikofaktoren für Parodontitis sind eine suboptimale heimische Mundhygiene und Rauchen. Auch eine genetische Prägung steht im Verdacht, ebenso wie psychische Stressoren.