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Was Patienten zu Zahnzusatzversicherungen wissen sollten

Gesetzlich Versicherte müssen für manche Behandlungen tief in die eigene Tasche greifen. Der Abschluss einer entsprechenden Zusatzversicherung kann sich deshalb lohnen, doch sollten die Grenzen des Schutzumfangs klar sein.

Guter Zahnersatz ist nicht billig. Material- und Behandlungskosten summieren sich schnell auf mehrere Tausend Euro. Von den gesetzlichen Krankenkassen gibt es in der Regel nur einen Festzuschuss, der der Hälfte der Durchschnittskosten einer Regelversorgung entspricht. Wer mit einem Bonusheft regelmäßige Kontrolluntersuchungen nachweist, bekommt etwas mehr. Da den meisten Patienten die Regelversorgung aber zu dürftig ist – wofür oft ästhetische Ansprüche ausschlaggebend sind –, bleibt nicht selten ein Eigenanteil in hoher drei- oder gar in vierstelliger Höhe. In keinem anderen medizinischen Bereich werden den Patienten solch hohe Zuzahlungen abverlangt.

Schon seit vielen Jahren bieten private Versicherer Zahnzusatzpolicen an, die den Eigenanteil deutlich reduzieren oder sogar ganz übernehmen. „Zahnzusatzversicherungen sind für viele Patienten mit absehbarem Behandlungsbedarf sinnvoll“, erläutert der Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner, der in Berlin-Wilmersdorf praktiziert. „Jedoch sollte man sich vor dem Abschluss genau über die Beschränkungen und Karenzzeiten informieren, sonst drohen böse Überraschungen. Wer beispielsweise eine Versicherung mit sehr günstigen Prämien abschließt, kann keinen üppigen Schutzumfang erwarten; in der Regel werden dann nur bestimmte Maßnahmen nach längerer Wartezeit abgedeckt.“

Implantate und Inlays häufig außen vor

Wer sofort umfassenden Schutz genießen will, muss sich auf hohe Beiträge einstellen, die weit jenseits der in der Werbung verkündeten Tarife liegen. Denn standardmäßig sehen die Versicherungen eine Wartezeit von drei oder acht Monaten nach Vertragsbeginn vor. Wenn bereits eine behandlungsbedürftige Erkrankung diagnostiziert wurde, ist deren Therapie üblicherweise nicht vom Versicherungsschutz umfasst. Hinzu kommt bei den meisten Anbietern eine Begrenzung der Kostenübernahme in den ersten Jahren. Folglich sollte eine Zahnzusatzversicherung möglichst frühzeitig abgeschlossen werden.

Günstige Prämien bedeuten überdies in der Regel, dass beispielsweise implantologische Therapien oder Inlays außen vor bleiben. Häufig gilt der Versicherungsschutz dann nur für die Regelversorgung. Oder, eine andere verbreitete Variante, die Police deckt lediglich den Zahnersatz oder die Behandlungskosten oder auch Zahnprophylaxe ab.

Bei der Auswahl sollte also mit Weitsicht darauf geachtet werden, den richtigen Deckungszuschnitt zu wählen. Es schadet nicht, auch den Zahnarzt zum mittel- und langfristig zu erwartenden Behandlungsbedarf zu befragen. So wird sichergestellt, dass man nicht für eine Versicherung bezahlt, die sich am Ende gar nicht bezahlt macht.