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Zahn-Checks bei Kleinkindern bald Teil der U-Vorsorgeuntersuchungen?

Schon vor dem Kindergartenalter entwickelt fast jedes fünfte Kleinkind Karies. Die rheinland-pfälzischen Kassenzahnärzte haben darauf mit einem Früherkennungs-Pilotprojekt reagiert.

Alle Eltern in Deutschland sind mit dem Kinder-Untersuchungsheft („Gelbes Heft“) vertraut. Es listet im Wesentlichen die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen von U1 bis U9 auf, die bis zum Einschulungsalter durchlaufen werden sollten. Eine Lücke klafft allerdings bisher im Früherkennungsprogramm: die frühkindliche Zahngesundheitsvorsorge. Entsprechende Untersuchungen werden bei gesetzlich Versicherten erst ab einem Alter von zweieinhalb Jahren erstattet.

Das hat Folgen. „Insgesamt konnte Karies in den letzten Jahrzehnten erfolgreich bekämpft werden, woran Fluorid einen großen Anteil hat. Bei Kleinkindern hingegen wird vielfach zu spät mit der Vorsorge begonnen. Karies ist dadurch die bei Kindern im Vorschulalter verbreitetste chronische Erkrankung“, erläutert der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner. „Idealerweise sollte die Zahngesundheitsvorsorge beginnen, sobald der erste Milchzahn sich sehen lässt.“

KZV Rheinland-Pfalz beklagt „Versorgungslücke“

Mit dieser Auffassung ist Dr. Körner nicht allein. Auch die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) Rheinland-Pfalz spricht von einer „Versorgungslücke“ und fordert, Früherkennungsuntersuchungen beim Zahnarzt generell schon ab einem Lebensalter von sieben Monaten von den Krankenkassen erstatten zu lassen.

Mit einem Pilotprojekt hat die KZV kürzlich gezeigt, wie es besser laufen könnte. Seit Mitte 2016 fanden sich in den „Gelben Heften“ rheinland-pfälzischer Kleinkinder auch drei Zahnvorsorgeuntersuchungen, für die die Familien im Rahmen der U5 bis U7 an Zahnärzte verwiesen wurden. Bei den Checks steht nicht zuletzt die Aufklärung der Eltern über die richtige Kleinkind-Zahnpflege im Vordergrund. Daneben werden die Zähne natürlich auch begutachtet, so dass krankhafte Entwicklungen früh erkannt und behandelt werden können.

Nach Einschätzung der KZV Rheinland-Pfalz war das Pilotprojekt erfolgreich – und damit ein Muster für eine Leistungserweiterung der gesetzlichen Kassen. Solange diese nicht durchgesetzt ist, kommt es nach wie vor im Wesentlichen auf die Eltern an.