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Britische Forscher warnen vor Zahnungsgels

Zahnen ohne Schmerzen – das wünschen viele Eltern ihren Babys. Manche greifen daher auf Zahnungsgels zurück. Von diesen ist allerdings dringend abzuraten.

„Wohlig schlafen trotz zahnendem Baby“, das verspricht ein Zahnungsgel-Hersteller strapazierten Eltern. Diese werden allerdings nicht in erster Linie von der Sorge um den eigenen Schlaf umgetrieben, sondern von dem unschönen Gedanken, dass das eigene Kind Schmerzen durchstehen muss. Verständlich ist daher die Versuchung, der Werbeaussage Glauben zu schenken, dass ein Zahnungsgel „schmerzstillend, wundheilungsfördernd, kindgerecht“ wirke. Zumindest die letzte Zuschreibung muss bei vielen Produkten indes bezweifelt werden.

„Wer seinem Kind mit einem Zahnungsgel eine Schmerzlinderung verschaffen will, sollte sehr genau hinschauen“, rät der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner. „Zahlreiche Produkte enthalten Stoffe, die mindestens als bedenklich einzustufen sind. Es könnte also sein, dass die kurzfristige Abhilfe mit langfristigen Schädigungen erkauft wird. Aus medizinischer Sicht empfiehlt es sich, eher auf den altbewährten Beißring zu setzen als auf ein Zahnungsgel. Natürlich sollte auch der frei von schädlichen Stoffen sein.“

Diese Einschätzung haben britische Forscher unlängst im „British Dental Journal“ untermauert. Die dort präsentierte Studie sollte bei allen Eltern, die mit dem Einsatz eines Zahnungsgels liebäugeln, die Alarmglocken schrillen lassen.

Fast jedes zweite Produkt enthielt Lidocain

Die Wissenschaftler besorgten sich 14 in Großbritannien handelsübliche Zahnungsgels und nahmen sie unter die Lupe. Der erschreckende Befund: Der schmerzstillende Effekt wurde in sechs analysierten Produkten hauptsächlich mit dem hochpotenten Betäubungsmittel Lidocain erzielt – ein Stoff, der für Babys schnell lebensbedrohlich werden kann.

Verschärft wird das Risiko dadurch, dass das Gel nur für kurze Zeit auf dem Zahnfleisch verbleibt. Der Speichel trägt es nach Minuten weiter in den Magen und von da in den Blutkreislauf. Da die Schmerzen schnell wieder zunehmen, liegt es nun nahe, erneut Gel aufzutragen. So besteht die nicht zu unterschätzende Gefahr einer Überdosierung.

Ebenfalls sechs Produkte enthielten Alkohol, der bekanntlich für Babys keineswegs empfehlenswert ist, denn er kann zu Entwicklungsstörungen führen. Fast wie eine Petitesse wirkt es dagegen, dass auch Zucker in zwei Zahnungsgels gefunden wurde, der dem Zahnschmelz der durchbrechenden Milchzähne nicht guttut. Insgesamt neun der getesteten Produkte enthielten derlei bedenkliche Stoffe. Grund genug, die lieben Kleinen lieber auf einem Beißring herumkauen zu lassen.