Dentist speaks English.Dentist speaks English. El dentista habla castellano.El dentista habla castellano.

Entwarnung: Wurzelkanalbehandlungen sind gar nicht schlimm

Die „Wurzelbehandlung“ ist gewissermaßen der Paria unter den Zahnbehandlungen. Zu Unrecht, wie eine aktuelle Patientenumfrage zeigt.

Wer kennt sie nicht, die geflügelten Worte à la „so angenehm wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt“? Die Wurzelkanalbehandlung, wie sie medizinisch korrekt heißt, genießt keinen guten Ruf. Der basiert allerdings auf Erfahrungen, wie sie vor Jahrzehnten auf Zahnarztstühlen gemacht wurden. Mit heutigen Behandlungsmethoden hat die Praxis jener Jahre kaum etwas gemein.

„Die Wurzelkanalbehandlung ist dank moderner Präzisionsmedizin und Anästhesie heutzutage ein ganz normaler Eingriff, der dem Patienten keine besonderen Strapazen abverlangt. Nach der Behandlung zeigen sich viele Menschen überrascht – durch das schlechte Image der Wurzelkanalbehandlung haben sie eine Tortur erwartet, die aber regelmäßig ausbleibt“, erläutert der in Berlin-Wilmersdorf niedergelassene Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner.

Eine Wurzelkanalbehandlung wird fällig, wenn die Pulpa („Zahnnerv“) eines Zahns abgestorben oder so geschädigt ist, dass sie nicht mehr gerettet werden kann. Um den Zahn zu erhalten, muss das entzündete oder devitale Pulpengewebe samt dem infizierten Wurzeldentin in der Umgebung entfernt werden. Anschließend werden die entstandenen Hohlräume gefüllt, in der Regel mit Guttapercha, einem kautschukähnlichen, sehr stabilen und gut körperverträglichen Material. Zur Versiegelung wird außerdem ein Dichtzement eingebracht. Von der ganzen Prozedur merken die Patienten dank lokaler Betäubung nicht viel. Auch Heilungsschmerzen können mit entsprechenden Medikamenten gut in Schach gehalten werden.

Behandlung unproblematisch, Lebensqualität erhöht
Dass eine anstehende Wurzelkanalbehandlung kein Anlass ist, mit Angstgefühlen in die Zahnarztpraxis zu gehen, belegt auch eine aktuelle australische Studie. Forscher der University of Adelaide befragten rund 1.100 Patienten zwei Jahre nach deren Wurzelkanalbehandlung zu ihren Erfahrungen.

Wie sich herausstellte, empfanden die Umfrageteilnehmer die Behandlung im Durchschnitt nicht als unangenehmer als andere Zahntherapien. Zudem gaben sie an, ihre Lebensqualität habe sich durch den Eingriff nachhaltig erhöht.

Letztere Auskunft ist wenig erstaunlich, bedenkt man, dass der Anlass für eine Wurzelkanalbehandlung in der Regel sehr schmerzhafter Natur ist. Umso schöner für die Patienten, wenn die Therapie angenehm glimpflich verläuft.