Dentist speaks English.Dentist speaks English. El dentista habla castellano.El dentista habla castellano.

Immer weniger Deutsche sind im Alter zahnlos

Seit 17 Jahren geht die Zahnlosigkeit im Alter von 65 bis 74 Jahren stetig zurück. Eine deutsch-schweizerische Studie prognostiziert, dass 2030 nur noch gut 4 Prozent der Altersgruppe betroffen sein werden.

Man kann nicht behaupten, dass die Menschen sich heutzutage gesünder ernährten als vor zwei oder drei Jahrzehnten. „Der Anteil stark verarbeiteter, salziger, zuckriger und/oder säurehaltiger Lebensmittel ist gegenüber früheren Zeiten deutlich angestiegen. Für die Zahngesundheit ist das keine günstige Entwicklung“, konstatiert der in Berlin-Wilmersdorf ansässige Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner. Umso erfreulicher ist der Trend, der nun durch eine neue Studie Bestätigung findet: Die Zähne der Deutschen werden immer gesünder – zumindest wenn man die Zahnlosigkeit in späteren Jahren als Indikator nimmt, was durchaus gerechtfertigt ist.

Wie eine deutsch-schweizerische Forschergruppe im Fachmagazin „Clinical Oral Investigations“ berichtet, nahm die Zahnlosigkeit bei 65- bis 74-jährigen Deutschen zwischen 1997 und 2014 von rund 25 auf 12 Prozent ab. Der stärkste Rückgang wurde nach 2005 verzeichnet, als die Quote noch bei 22 Prozent lag. Die Grundlage der Analyse bildeten Daten der Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMG) aus den Jahren 1997, 2005 und 2016, die sich auf insgesamt knapp 3.500 Angehörige der genannten Altersgruppe erstrecken. In Fortschreibung des Trends gehen die Wissenschaftler davon aus, dass im Jahr 2030 nur noch gut 4 Prozent der älteren Bevölkerung zahnlos sein werden. Damit würde die absolute Zahl der Betroffenen auf unter eine Million sinken.

Frauen sind häufiger betroffen

Konträr zur verbreiteten Annahme, dass Frauen sorgsamer Mundhygiene und Zahnpflege betreiben als Männer, haben sie keineswegs weniger unter Zahnlosigkeit zu leiden. Vielmehr sind sie häufiger betroffen, was zudem auch für Personen mit niedrigem Bildungsniveau gilt. Ein weiterer signifikanter Risikofaktor ist das Rauchen: Um das 2,6-Fache steigt das Risiko von Zahnlosigkeit im Alter durch das Laster.

Über die Gründe für die positive Entwicklung kann man nur spekulieren. Wenn es nicht an der Ernährung liegt, dürften die anderen relevanten Faktoren den Ausschlag geben: zahnmedizinische Fortschritte und bessere, häufigere zahnärztliche Kontrolle, mehr Bewusstsein für die Bedeutung gründlicher heimischer Mundhygiene, geringerer Nikotinkonsum und nicht zuletzt auch eine zunehmende Fluoridierung des Zahnschmelzes durch entsprechend angereicherte Zahncreme und Salz. Bleibt zu hoffen, dass der Trend noch lange anhält.