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Könnte mehr Vitamin D in der Schwangerschaft MIH verhindern?

Eine neue Studie legt nahe, dass sich Zahnschmelzdefekte bei Kindern seltener einstellen, wenn diese im Mutterleib mehr Vitamin D erhalten als bisher empfohlen.

Dass Vitamin D auch den Zähnen guttut und man sich deshalb durchaus kontrolliert ins Sonnenlicht begeben sollte, wurde an dieser Stelle bereits vor einem Jahr berichtet. Wie segensreich dieses Vitamin auch schon vor der Geburt wirken kann, zeigt nun eine neue Studie aus Dänemark.

Wissenschaftler der Universität Kopenhagen teilten 623 schwangere Frauen in zwei Gruppen auf. Eine davon erhielt ab der 24. Schwangerschaftswoche zusätzlich zur täglich standardmäßig empfohlenen Dosis von 400 Einheiten Vitamin D noch weitere 2.400 Einheiten, die andere stattdessen ein Placebo.

Anschließend warteten die Forscher sechs Jahre und ließen dann die Zähne der Kinder inspizieren, wobei auch die kontrollierenden Zahnärzte nicht wussten, welche Kinder vorgeburtlich eine Extraration Vitamin D erhalten hatten. Das nun im Fachmagazin „JAMA Pediatrics“ veröffentlichte Ergebnis war eindeutig: Die zusätzliche Dosis verringerte die Wahrscheinlichkeit von Zahnschmelzschäden um rund die Hälfte.

Forschung tappt bei MIH im Dunkeln
Das beunruhigendste Phänomen in Sachen kindlicher Zahnschmelz ist seit einigen Jahren die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), auch als „Kreidezähne“ bekannt. Der Zahnschmelz verfärbt sich dabei, wird poröser und schmerzempfindlicher, manche Zähne „zerbröseln“ förmlich. Die Verbreitung der MIH nimmt unter Kindern und Jugendlichen zu. „Die Ursache für den Anstieg der MIH-Zahlen konnte die Forschung noch immer nicht definitiv klären. Im Verdacht stehen beispielsweise Infektionskrankheiten, Antibiotika oder auch das in Plastik enthaltene Bisphenol A“, erläutert der Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner, der in Berlin-Wilmersdorf praktiziert.

Da auch früher nicht mehr Vitamin D in der Schwangerschaft eingenommen wurde als heute, scheidet ein diesbezüglicher Mangel zwar als Ursache für die steigenden MIH-Fallzahlen aus – dennoch legt die dänische Studie nahe, dass Schwangere zugunsten der späteren Zahngesundheit ihrer Kinder mehr von dem besonderen Vitamin zu sich nehmen sollten, als derzeit allgemein empfohlen wird. Das MIH-Risiko könnte dadurch günstig beeinflusst werden.