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Musik im Zahnarztstuhl? Aber ja!

Es gibt kaum Menschen, die gegenüber Musik unempfänglich sind. Das kann bei Zahnbehandlungen nützlich sein, wie britische Forscher kürzlich belegten.

Wir leben in einer Zeit, in der Menschen mit Kopfhörern allgegenwärtig sind, auf der Straße, in Bus und Bahn, selbst in Cafés. Manche nutzen sie zum Telefonieren, andere lauschen damit Hörbüchern. Die meisten aber dürften Musik hören, gleichsam als Soundtrack ihres Lebens. Wo Musik derart zum omnipräsenten Alltagsbegleiter geworden ist, stellt sich auch die Frage, ob sie ebenso im Zahnarztstuhl ihre positive Wirkung entfalten kann. Bisher gehört es buchstäblich zum guten Ton, Kopfhörer bei Zahnbehandlungen abzunehmen – man will ja nicht unhöflich sein.

Was aber, wenn man sie einfach auf dem Kopf bzw. in den Ohren lässt und auch bei einer Zahnbehandlung die eigene Lieblingsmusik hört? Immerhin haben musikpsychologische Studien den beruhigenden Effekt von Musik vielfach belegt. Er lässt sich auch an körperlichen Parametern ablesen: Die Herzfrequenz sinkt ebenso wie die Muskelspannung, der Blutdruck und die Atemfrequenz. Diese entspannende Wirkung stellt sich in der Tat auch bei dentalmedizinischen Eingriffen ein, die von Musik untermalt werden.

92 Prozent hatten weniger Angst und Schmerzempfinden
Das haben englische Wissenschaftler vor Kurzem im Fachmagazin „British Medical Journal“ berichtet. Für ihre Studie unterzogen sie ihre Probanden einer von Musik über Kopfhörer untermalten Zahnbehandlung. Dabei wurde die Herzfrequenz erhoben, im Anschluss füllten die Teilnehmer Fragebögen aus. Das überzeugende Ergebnis: 92 Prozent gaben an, die Musik habe ihre Angst vor dem Eingriff und ihr Schmerzempfinden reduziert.

Auch die Herzfrequenz nahm unter musikalischer Beschallung signifikant ab. Und ein weiterer günstiger Effekt zeigte sich: Die Kommunikation mit dem Praxisteam lief nach dem Empfinden von ungefähr der Hälfte der Probanden flüssiger. Da nimmt es nicht wunder, dass rund 90 Prozent der Teilnehmer sich bei ihrer nächsten Zahnbehandlung wieder flankierende Musik wünschen.

„Musik scheint ein ebenso einfaches wie wirksames Mittel zu sein, um Zahnarztangst zurückzudrängen. Nicht nur für Angstpatienten bietet es sich daher an, ihre Lieblingsmusik in die Zahnarztpraxis mitzubringen – ein Smartphone und Kopfhörer haben die meisten ja heutzutage ohnehin dabei“, ermuntert der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner Patienten dazu, einmal etwas Neues auszuprobieren.