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Neue Hoffnung für Patienten mit hypersensiblen Zähnen

Wenn heiße und kalte Reize an den Zähnen stark schmerzen, ist meist geschädigter Zahnschmelz verantwortlich. Forscher haben nun erstmals ein Material entwickelt, das ihn ersetzen kann.

Der Zahnschmelz ist quasi der äußere Mantel der Zähne, also das, was man (bei einem gesunden Gebiss) sehen kann. Er überwölbt das innenliegende Dentin, auch Zahnbein genannt. Dieses knochenartige Gewebe, das den größten Teil eines Zahns ausmacht, wird von feinen Nerven durchzogen.

Und genau darin liegt der Grund für die erhöhte Reizempfindlichkeit vieler Menschen – erleidet der Zahnschmelz nämlich Schädigungen, können Reize wie Hitze, Kälte und mechanische Reibung bis zum Dentin vordringen. Unter dieser sogenannten Dentinhypersensibilität leidet mindestens jeder vierte Zahnpatient in Deutschland. Meist ist nicht nur ein einzelner Zahn betroffen, sondern mehrere oder gar alle.

Das Problem: „Zahnschmelz lässt sich nicht wiederherstellen. Um die Schmerzempfindlichkeit zu reduzieren, lassen sich nur die geschädigten Stellen versiegeln, etwa mit einer Füllung. In frühen Stadien kann auch noch mit einer Fluoridierung oder Remineralisierung gegengesteuert werden“, erklärt der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner. Seit einigen Jahren gelten auch Zahnpasten mit Strontium (zum Verschließen freiliegender Zahnhälse) und Kalium (zum Blockieren der Schmerzreize) als hilfreich im Kampf gegen die Dentinhypersensibilität.

Nanokristalle lassen den Zahn wieder „zuwachsen“

Eine weitere Therapieoption haben nun Londoner Forscher von der Queen Mary University ersonnen. Sie entwickelten eine Art künstlichen Zahnschmelz, dessen Struktur – ebenso wie seine sonstigen relevanten Eigenschaften – der des natürlichen Vorbilds sehr nahekommt. Den „Grundstoff“ bilden Apatit-Nanokristalle, die mithilfe bestimmter Proteine in die gewünschte Form wachsen. Damit soll es mittelfristig möglich sein, geschädigten Zahnschmelz durch ein gleichartiges Material zu ersetzen.

Und nicht nur das. Wie die Wissenschaftler im Fachjournal „nature communications“ mitteilten, ist eine Anwendung auch in anderen Therapiebereichen denkbar. So könnte beispielsweise auch Dentin mit der Methode regeneriert werden. Für die Kariestherapie eröffnen sich perspektivisch ebenfalls neue Wege. Das neue Verfahren soll sogar künstliches Knochengewebe hervorbringen können. Der Zahnmedizin könnte damit ein nennenswerter Umbruch bevorstehen.