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Neue Studien warnen vor Risiken durch Parodontitis

Dass die dauerhafte Entzündung des Zahnfleischs auch auf den Organismus übergreifen kann, ist sattsam bekannt. Aktuell wurden Zusammenhänge mit Depressionen, Schlaganfall und Atembeschwerden belegt.

Viele Patienten sind geneigt, eine Parodontitis als Nebensächlichkeit abzutun. „Das bisschen Zahnfleischbluten haut mich nicht um“, so lässt sich eine verbreitete Haltung auf den Punkt bringen. Doch eine Parodontitis kann einen Patienten auf lange Sicht durchaus „umhauen“ – und das buchstäblich.

„Eine Parodontitis ist bereits für die Zähne und den Zahnhalteapparat brisant genug und sollte daher möglichst frühzeitig und konsequent behandelt werden. Besser noch: Man lässt sie durch gute Prävention, wozu neben gründlicher heimischer Zahnpflege auch regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und bestenfalls der Verzicht aufs Rauchen gehören, gar nicht erst entstehen. Doch das gelingt den wenigsten“, berichtet der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner. „In der Folge droht nicht nur Zahnverlust – auch systemische Krankheiten werden durch den langfristigen Entzündungsherd im Mundraum begünstigt.“

Zur langen Reihe von Studien, in denen Wechselwirkungen zwischen einer Parodontitis und verschiedenen Organe sowie dem Gesamtorganismus belegt wurden, gesellen sich nun drei weitere hinzu:

  • Ein dänisch-brasilianisch-australisches Forscherteam zeigte anhand von 539 Probanden, dass Depressionen und Parodontitis sich gegenseitig beeinflussen können. Dass entzündliche Erkrankungen depressive Störungen begünstigen, war bereits länger bekannt. Die neue Studie deckte nun auf, dass auch Depressionen die Entstehung und das Fortschreiten einer Parodontitis fördern.
  • US-Forscher begleiteten rund 6.700 Studienteilnehmer über anderthalb Jahrzehnte und erhoben fortlaufend den Parodontitis-Status. Zu Beginn hatte noch keiner der Probanden einen Schlaganfall erlitten. Wie sich zeigte, lag das Schlaganfallrisiko der Teilnehmer, die unter anderem mit professionellen Zahnreinigungen gegen ihre Parodontitis vorgingen, gegenüber dem von Teilnehmern mit schwererer Parodontitis um die Hälfte niedriger.
  • Nordirische Wissenschaftler haben 1.380 Männer im Alter zwischen 58 und 72 Jahren befragt und untersucht. Dabei entdeckten sie einen Zusammenhang zwischen chronischer Parodontitis und Atembeschwerden.


Darüber hinaus wurden in der Vergangenheit bereits verschiedene Krebsarten, Diabetes, Bluthochdruck, Atherosklerose oder auch Alzheimer mit Parodontitis in Verbindung gebracht. „Prophylaxe und Früherkennung, gegebenenfalls auch eine konsequente Behandlung der Parodontitis können das Leben verlängern“, bringt Zahnarzt Dr. Körner die Erkenntnislage auf den Punkt.