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Periimplantitis-Schutz durch Anti-Biofilm-Beschichtung

Plaque kann sich auch auf Titanimplantaten bilden und stellt einen Hauptrisikofaktor für Periimplantitis dar. US-Wissenschaftler wollen die Gefahr mit einem Peptidfilm ausschalten.

Die Erfolgsrate in der Zahnimplantologie hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich der Idealmarke von 100 Prozent angenähert. Die größte Bedrohung bleibt nach wie vor die Periimplantitis. „Als Periimplantitis wird eine Entzündung des implantattragenden Gewebes bezeichnet, die den Halt der ‚künstlichen Zahnwurzel‘ gefährden und schließlich zum Implantatverlust führen kann“, erläutert der Zahnarzt und Implantologe Dr. Olaf H. Körner, der in Berlin-Wilmersdorf praktiziert.

Das Periimplantitis-Risiko ist es auch im Wesentlichen, das eine sorgfältige Pflege des implantatgetragenen Zahnersatzes nahelegt. Was vielen Patienten nicht bewusst ist: Plaque kann sich nicht nur auf den Zähnen, sondern auch auf einem Implantat bilden. Mit den bekannten Folgewirkungen: Die Bakterien bringen Entzündungen hervor, so auch die Periimplantitis.

Peptide verhindern Bakterienansiedlung
Um diesem Risiko vorzubeugen, haben US-Forscher aus Kansas nun einen auf kurzkettigen Aminosäuren basierenden Peptidfilm für Titanimplantate ersonnen. Ihre Entwicklung hat sich bei Experimenten wie vorgesehen mit dem Titan verbunden – und die Ansiedlung eines Biofilms verhindert. Der Plan der Wissenschaftler sieht es vor, Implantate regelmäßig mit einer Peptidspülung zu behandeln, um sie so vor Periimplantitis zu schützen. Bis zur Praxisreife ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Wie die US-Forscher weiter im „Journal of the Minerals, Metals and Materials Society“ berichten, kommt auch ein Auftrag des Peptidfilms auf die Zähne infrage. Dort könnte die Beschichtung ebenso die Plaque-Entstehung aufhalten und so der verbreiteten Parodontitis entgegenwirken. Diese bedroht nicht nur die Zahngesundheit bis hin zum Zahnverlust, sie kann auch systemische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden und sogar Krebs begünstigen. In der Summe könnte auf diesem Einsatzgebiet durch die Peptidbeschichtung also möglichweise ein noch größerer Segen auf die Patienten zukommen als in der Periimplantitis-Vorbeugung.