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Warum E-Zigaretten der Zahngesundheit schaden

„Sanfte Alternative“? Mitnichten. Erneut zeigt eine Studie, dass E-Zigaretten enormes Schädigungspotenzial haben, denn sie verändern das Mikrobiom im Mundraum.

Raucher haben – neben vielen anderen, auch gravierenderen Risiken – ein erhöhtes Risiko für Zahnfleischerkrankungen. Darin liegt einer der guten Gründe für Abstinenz von den Glimmstengeln. Seit einigen Jahren werden als „sanfte Alternative“ E-Zigaretten beworben, die angeblich kaum ungesünder als Wasserdampf sein sollen, da sie auf einen Verbrennungsvorgang verzichten. Das „Dampfen“ und seine gesundheitlichen Auswirkungen sind bisher nur in Ansätzen erforscht, Langzeitbeobachtungen waren noch nicht möglich. Bereits vorliegende Untersuchungen weisen indes auf ein ebenfalls beträchtliches Risiko hin.

Zwar enthält der Dampf aus E-Zigaretten deutlich weniger krebserregende Substanzen als Zigarettenrauch, der auf über 70 kommt. Schadstoffe, auch krebserregende, saugt man sich damit dennoch in Mundraum und Atemwege. In Studien wurden im Blut von „Dampfern“ sogar genetische Mutationen entdeckt, insbesondere in für das Herz-Gefäß-System und Entzündungsprozesse relevanten Bereichen. Daraus leiten Forscher ein erhöhtes Risiko für bedrohliche Spätfolgen wie Krebs ab.

Eigene Mundraum-Mikrobiom-Muster
Dass E-Zigaretten auch dem Zahnfleisch und damit mittelbar der Zahngesundheit schaden können, belegt nun eine Forschungsarbeit, die mit 84 Probanden am College of Dentistry der New York University vorgenommen wurde. Ein zentrales Ergebnis lautet: Die Bakterienzusammensetzung (das sogenannte Mikrobiom) im Mundraum wird durch den Dampf auf einzigartige Weise verändert, und das nicht zum Guten. Vielmehr kommen Bakterien, die Zahnfleischerkrankungen begünstigen, im Mund von „Dampfern“ sogar häufiger vor als bei Zigarettenkonsumenten, etwa Fusobacterium und Bacteroidales.

Der Leiter der Studie, Fangxi Xu, fasst zusammen: „Dampfen scheint einzigartige Muster in Bakterien voranzutreiben und das Wachstum einiger Bakterien in einer Weise zu beeinflussen, die dem Zigarettenrauchen ähnelt, aber mit einem eigenen Profil und Risiken für die Mundgesundheit.“

Damit sollte man auch der Zahngesundheit zuliebe auf das Dampfen ebenso verzichten wie auf das Zigarettenrauchen. Der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner bringt es auf den Punkt: „Zahnmedizinisch, aber vor allem zur Krebsprävention ist nur eines empfehlenswert: weder zu rauchen noch zu ‚dampfen‘.“