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Warum Schuppenflechte-Patienten von gesundem Zahnfleisch profitieren

In einer US-Studie zeigte sich, dass entzündetes Zahnfleisch die Symptome einer Schuppenflechte verschärfen kann. Psoriasis-Patienten sollten Mundhygiene und Kontrolle daher großschreiben.

Mit geschätzten zwei Millionen Betroffenen in Deutschland gehört die Schuppenflechte, fachsprachlich Psoriasis, zu den dermatologischen Volkskrankheiten. Die Patienten leiden zumeist unter juckenden entzündlichen Hautarealen, die gerötet und von silbrig-weißen Schuppen überzogen sind. Die Ursachen konnten noch nicht vollständig geklärt werden, belegt ist aber, dass erbliche Veranlagung eine wesentliche Rolle spielt. Der Ausbruch der Autoimmunkrankheit wird offenbar durch psychische Belastungen, Hautverletzungen, Infektionen, Übergewicht oder auch bestimmte Medikamente begünstigt.

Ein weiterer Einflussfaktor konnte nun von US-Forschern des Wexner Medical Center an der Ohio State University dingfest gemacht werden. Per Fragebogen interviewten sie 265 Patienten, von denen 100 von Schuppenflechte betroffen sind. Die Studie sollte Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Psoriasis-Schweregrad aufdecken. Die wissenschaftliche Aussagekraft ist angesichts der überschaubaren Probandenzahl zwar begrenzt, doch die Forscher halten ihre Ergebnisse für durchaus belastbar.

Je gesünder das Zahnfleisch, desto schwächer die Psoriasis-Symptome
Bei der Auswertung der Daten stellten die Wissenschaftler einen deutlichen negativen linearen Zusammenhang zwischen der Zahnfleischgesundheit und der Ausprägung der Schuppenflechte-Symptome fest. Patienten mit entzündetem Zahnfleisch litten unter stärkeren Symptomen als jene mit gesundem. Als weiterer wesentlicher Faktor wurde die Ernährung identifiziert: Schuppenflechte-Patienten, die viel Obst zu sich nahmen und weitgehend auf ungesunde Lebensmittel verzichteten, berichteten ebenfalls von milderer Symptomatik.

„Die Zusammenhänge zwischen der Mundgesundheit und dem Gesamtorganismus sind vielfältig und wurden in zahlreichen Studien belegt. Insbesondere die Parodontitis wird mit verschiedensten Folgeleiden in Verbindung gebracht, darunter Bluthochdruck, Alzheimer und Krebs“, erklärt der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner. Daher sei es bereits im Sinne der allgemeinen Gesundheitsprävention, sich um eine gute Mundhygiene zu bemühen und den Gesundheitsstatus der Zähne und des Zahnhalteapparats regelmäßig überprüfen zu lassen. Für Schuppenflechte-Patienten kann sich solche zahnmedizinische Sorgfalt, wie die neue US-Studie offenbart hat, unmittelbar in einer höheren Lebensqualität auszahlen.