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Wie die Mundhygiene die Gelenke beeinflusst

Zahnfleischentzündungen, meist begünstigt durch Plaque, können das Risiko rheumatischer Arthrose steigern – ein weiteres Beispiel dafür, wie bedeutsam die Mundgesundheit für den ganzen Organismus ist.

Dass Erkrankungen im Mundraum „abstrahlen“ können, ist weithin bekannt. Es beginnt bei Kopf-, Ohr- und Nackenschmerzen, die häufig infolge einer CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) auftreten, und endet keineswegs mit Herzrhythmusstörungen, Seheinschränkungen und Schwindel. Allein Zahnfleischentzündungen und Parodontitis werden mit Arteriosklerose, Frühgeburten, Krebs in der Kopf-Hals-Region und Diabetes in Verbindung gebracht. Ob sie auch jeweils als Auslöser fungieren, muss weiter untersucht werden.

In diese Reihe möglicher Langzeitfolgen von Zahnfleischerkrankungen fügt sich nun auch rheumatische Arthritis ein. Die chronische Entzündung der Gelenke kann beispielsweise im Knie oder in den Fingern auftreten. Bisweilen sind aber auch mehrere Gelenke zugleich betroffen. Nach anfänglichen Schmerzen, Schwellungen, Rötungen und/oder Steifheit kommt es in späteren Erkrankungsstadien zu Verformungen und starken Einbußen der Funktionalität, verbunden mit zunehmenden Bewegungsschmerzen. Im finalen Stadium droht schließlich die komplette Zerstörung des Gelenks.

Zahnbeläge als Hauptrisikofaktor
Wie kürzlich eine US-Studie belegte, finden sich sowohl bei Patienten mit Zahnfleischentzündung als auch bei solchen mit rheumatischer Arthritis auffallend viele Exemplare eines besonderen Bakteriums. Es ist dafür bekannt, einen natürlichen Prozess wesentlich zu verstärken, bei dem einzelne Eigenschaften von Proteinen abgewandelt werden. Im Anschluss wertet das Immunsystem die derart veränderten Proteine nicht mehr als körpereigen und versucht sie zu zerstören. Die Konsequenz: Eigentlich gesundes Gewebe geht unwiederbringlich verloren.

Zahnfleischentzündungen, fachsprachlich Gingivitis, sind keine seltene Erkrankung. Seriöse Schätzungen gehen gar davon aus, dass vier von fünf erwachsenen Deutschen davon betroffen sind. Sie alle unterliegen also, wenn die US-Forscher die richtigen Schlussfolgerungen gezogen haben, einem erhöhten Risiko, an chronischer Gelenkentzündung zu erkranken. Was können die Patienten tun?

„Die Mundhygiene spielt bei der Gingivitis-Entstehung eine zentrale Rolle“, erläutert der Berliner Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner, „denn Plaque leistet der Bakterienbesiedlung Vorschub.“ Der Dentalmediziner empfiehlt neben gründlichem Zähneputzen auch ein- bis zweimal jährlich eine Prophylaxe-Behandlung aus der Hand von Fachleuten, da Restbeläge nur so zu entfernen sind. Zudem sollten Patienten bei ersten Symptomen wie Zahnfleischbluten, Rötungen oder Schwellungen ärztliche Gegenmaßnahmen einleiten, rät Dr. Körner eindringlich: „Wird eine Zahnfleischentzündung verschleppt, droht eine Parodontitis mit ihren potenziell gravierenden Folgen bis hin zum Zahnverlust.“