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Zahnfleisch und Zähne leiden unter Mundraum-Piercings

Vor allem bei jungen Menschen erfreuen sich Piercings in Zunge oder Lippen anhaltender Beliebtheit. Auf Dauer allerdings kann die Zahngesundheit durch die Accessoires erheblichen Schaden nehmen.

Vor 20 Jahren waren sie noch Aufreger, heute hat man sich an Gesichtspiercings gewöhnt. Im Gegensatz zu Tattoos blieben sie immerhin vorwiegend eine Domäne der unter 30-Jährigen. Diese versehen auch gern ihre Zunge und/oder Lippen mit einem Stecker oder einer Kreole. Speziell Zungenpiercings aber haben es in sich: Wie neuere Untersuchungen zeigen, führen sie sehr häufig zu Schädigungen der Zähne und des Zahnfleisches.

„Träger von Zungenpiercings müssen sich darauf einstellen, dass die dauerhafte mechanische Reibung des Metalls immer wieder zu kleinen Verletzungen und Erkrankungen wie Entzündungen und Abszessen führt. Auch Zahnbewegungen sind nicht unüblich“, konstatiert der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner. „In manchen Fällen kann schließlich die Einnahme von Antibiotika oder ein chirurgischer Eingriff erforderlich werden.“

Der belgische Zahnarzt Dr. Bernard Loir berichtete kürzlich auf einem Kongress von seinen Patientinnen mit Zungenpiercings. Diese mussten jeweils nach spätestens acht bis zehn Jahren entfernt werden, da sie zu gravierenden Schädigungen geführt hatten. Schlimmer noch als das schmerzende Zahnfleisch seien für die Patientinnen die sichtbaren – und damit kosmetisch unvorteilhaften – Zahnschäden gewesen.

Mehr Parodontitis-Keime in Piercingnähe
An der Klinik für Parodontologie, Kariologie und Endodontologie, die zur schweizerischen Universität Basel gehört, wurden kürzlich 18 Probanden mit Mundraum-Piercings systematisch untersucht. Die Teilnehmer waren um die 30 Jahre alt. Auch wenn ihre Zahl überschaubar war, zeigte sich bei ihnen doch eine eindeutige Tendenz: Mit zunehmender Nähe zum Piercing wuchs im Mundraum auch das Vorkommen von Parodontalbakterien. Für die Forscher ist damit ein Zusammenhang zwischen Oralpiercing und Parodontitis belegt.

Einen Weg, Piercings im Mundraum „unschädlich“ zu machen, gibt es offenbar nicht. Die einzige wirksame Vorbeugungsmaßnahme heißt: Piercing entfernen. Andernfalls drohen Schäden, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.