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Zucker in Vollkornprodukten ist zahnschonender als raffinierter Zucker

Dass Zucker den Zähnen nicht guttut, weiß jeder Zahnpatient. Es macht aber einen großen Unterschied, welche Art von Zucker aufgenommen wird, wie eine neue Übersichtsstudie zeigt.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) überarbeitet aktuell ihre Empfehlungen zum Konsum von Kohlenhydraten. Dazu hat sie eine Reihe von Studien in Auftrag gegeben, die den Einfluss verschiedener Kohlenhydrate auf das Herz-Gefäß-System, Diabetes-Entstehung und Krebsrisiko untersuchen. Außerdem wurden Forscher der Newcastle University beauftragt, dem Zusammenhang zwischen Kohlenhydraten und Karies nachzugehen. Die britischen Wissenschaftler nahmen sich 33 Studien vor, die sich diesem Thema widmeten.

Und sie kamen zu einem eindeutigen Ergebnis, das nun im „Journal of Dental Research“ veröffentlicht wurde: Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten sind für die Zähne signifikant schonender als raffinierte, die industriell verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt werden.

„Die künstlichen Kohlenhydrate in industriell hergestellter Nahrung wie Frühstückscerealien, Toastbrot oder Chips werden beim Kauen aufgespalten, wobei unter anderem schädlicher Zucker entsteht – man nennt diesen Prozess Speichel-Amylase“, erläutert der in Berlin-Wilmersdorf praktizierende Zahnarzt Dr. Olaf H. Körner. „Wie die neue britische Studie belegt, geht damit ein deutlich höheres Kariesrisiko einher als mit dem Konsum von Zucker in Vollkornprodukten.“

Auch das Parodontitis- und das Mundkrebs-Risiko sinken

Überdies fanden die Forscher Hinweise darauf, dass Vollkorn-Kohlenhydrate auch das Risiko, an Parodontitis oder Mundkrebs zu erkranken, gegenüber raffinierten Kohlenhydraten deutlich senken. Studienleiterin Paula Moynihan, Professorin für Ernährung und Mundgesundheit an der Newcastle University, resümiert:  „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine an Vollkorn-Kohlenhydraten reiche Ernährung weniger schädlich für die Mundgesundheit ist als eine, die verarbeitete Stärke enthält.“

Verarbeiteter Zucker findet sich in zahlreichen Lebensmitteln in großen Mengen, was für die Verbraucher nicht immer klar ersichtlich ist – selbst wenn diese das Kleingedruckte auf der Verpackung lesen. Denn für den süßen Verführer gibt es verschiedene Bezeichnungen, neben „Zucker“ beispielsweise auch „Gerstenmalzextrakt“, „Glukosesirup“ oder „Dicksaft“. In Frühstückscerealien beispielsweise „versteckt“ sich gern mal so viel Zucker, dass ein Grundschüler mit einer 60-Gramm-Portion bereits mehr als das von der WHO empfohlene Tagesmaximum zu sich nimmt. Ein halber Liter Cola enthält das Äquivalent von 17 Stück Würfelzucker, mehr als das Doppelte dessen, was man pro Tag höchstens zu sich nehmen sollte. Auch Joghurt, Tomaten- und Barbecuesoße sowie Orangensaft zählen zu den häufig unterschätzten Zuckerbomben. Im Sinne der Zahn-, aber auch der Herz-Kreislauf-Gesundheit sollte man diese Lebensmittel nur in geringen Maßen konsumieren.